Wanderwoche in Südtirol

Wanderwoche Südtirol
Am Mittwochmorgen, den 9. September 2015, startete der Schwäb. Albverein zu seiner Wanderfahrt nach Südtirol. Über Füssen und den Fernpass erreichten wir den Reschensee, an dem wir eine Mittagspause einlegten. Bald danach gelangten wir nach Glurns, wo wir die mittelalterliche, gut erhaltene Altstadt besichtigten. Am Spätnachmittag kamen wir dann in Auer nahe bei Bozen an unserem Ziel an und bezogen unsere Hotelzimmer. Am Abend bekamen wir eine erste Kostprobe der vorzüglichen Küche.

Am Donnerstag brachte uns die Mendelbahn von St. Anton bei Kaltern aus hoch zum Mendelpass. Von hier aus wanderte eine Gruppe dann hoch zum Penegal . Der Aufstieg wurde mit einer schönen Sicht auf Bozern, Kalterer See und die Tiroler Bergwelt belohnt. Anschliessend fuhren wir nach Altenburg, besuchten das Kirchlein, dessen Aussenfront ein Fresko der hl. Kummernus zierte. Vom nahe gelegenen Aussichtspunkt hatten wir einen schönen Blick auf den Kalterer See und das Etschtal. Inmitten von Obst-anlagen und Weinreben liessen wir uns den spendierten Wein munden.

Der Abschluss des Tages wurde mit einem Tröggelen-Abend mit südtiroler Spezialitäten, Wein und Musik gekrönt. Der Tiroler Musikant brachte Schwung und Stimmung in den Weinkeller und das Tanzbein wurde geschwungen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Seilbahn von Bozen nach Oberbozen, von dort mit der Ritten-Trambahn nach Klobenstein. Der im Wanderführer als leicht anstrengende Abstieg zur Ruine Stein und der weitere Weg nach Unterinn als beschaulich beschriebene Wanderweg entpuppte sich als schweisstreibender, mit bis zu 150 Höhenmeter gespickter Weg. Die Anstrengungen liess die herrliche Aussicht auf den Schlern und Rosengarten, die Erdpyramiden und die reiche Pflanzenwelt schnell vergessen. Der Chefkoch überraschte uns am Abend mit einem Gala-Dinner. Zwei riesige Truthähne wurden hüpsch dekoriert in den Saal gefahren, dazu wurden reichhaltige Beilagen serviert. Die Kalorien, die bei der Wanderung verbraucht wurden, wurden um ein vielfaches ersetzt.

Am Samstag blieben die Wanderschuhe zu Hause und wir starteten zu einer Dolomiten-Rundfahrt. Über Bozen gelangten wir ins Grödner Tal nach St. Ulrich, wo wir zur Besichtigung eine Rast einlegten. Nächstes Ziel war das Sellajoch. Ohne jegliche Anstrengung konnten wir vom Bus aus die herrliche Bergwelt geniessen, während unser Fahrer Bruno Falch souverän die vielen Serpentinen und Kehren meisterte. Anschliessend ging es weiter zum Pordoi Pass, auf dem wir die Mittagsrast einlegten. Der nächste Stopp war am Karer See. Türkisgrün und in allen Blau- und Grüntönen schimmerte der kleine See und im Hintergrund ragten die Bergspitzen der Latemargruppe aus den Wolken.

Die Tour am Sonntag ging zur Seiser Alm. Der Aufstieg wurde mit der Seilbahn bewältigt, nicht für alle ein Vergnügen. Immer wieder rissen die Wolken auf und gaben den Blick auf den Schlern und die Rosengarten-Gruppe frei. Auf bequemen Wanderwegen marschierten wir rund um den Puflatsch zur Arnika Hütte, in der wir uns stärkten, bevor wir wieder zurück zur Bergstation wanderten. Am Abend annimierte ein Alleinunterhalter dann wieder zum Tanz.

Für den letzten Tag war Regenwetter angesagt. Unschlüssig standen wir am Morgen vor dem Hotel im Regen. Zuletzt bildeten sich drei Gruppen, eine welche nach Bozen fuhr, andere die im Ort blieben und die letzte, welche sich zur Wanderung entschloss. Mit Schirm und Regenponcho bewaffnet marschierten wir los und als der Anstieg nach Montan begann, hörte der Regen auf. Nach über 250 Höhenmeter waren wir nicht vom Regen sondern vom Schweiss durchnässt. Zum Dank für den gelungenen Aufstieg und das gute Wetter war unser erster Gang in die Kirche, in der wir unsere Stimmen zum Lobe Gottes erklingen liessen und der zweite in den daneben liegenden „Goldenen Löwen“, wo wir unseren Wasserhaushalt mit einem guten Tropfen wieder auffüllten. Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir durch Obst- und Weingärten abwärts um dann auf auf antiker Römerstrasse uns wieder zu den uralten Ruinen des Castelfeder hinauf zu schleppen. In Anbetracht der historischen Umgebung wurde der Wanderfüher zum Cäsar mit Eichenkranz in Ermangelung von Lorbeeren gekrönt. Frohgemut und heiter wurde der Abstieg nach Auer in Angriff genommen.

Am nächsten Morgen hiess es Abschied zu nehmen von Südtirol und unserem Gastgeber, der uns so vorzüglich bewirtet und untergebracht hatte. Die Rückfahrt erfolgte über den Brennerpass. In Innsbruck machten wir unsere Mittagsrast und es gab die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Am Spätnachmittag kamen wir wieder wohlbehalten im Heimatstädtchen an.